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Was geschieht aktuell in der Gesundheitspolitik? Welche Themen und Ideen werden diskutiert? Politik+Patient kommentiert hier regelmässig neue gesundheitspolitische Vorstösse.

 

Studie zur Selbstdispensation endlich öffentlich.

 

Endlich ist die Studie «Auswirkungen der Medikamentenabgabe durch die Ärzteschaft» öffentlich, die das Bundesamt für Gesundheit lange, zu lange unter Verschluss hielt. Lesen Sie selber, welche Kosten entstehen, wenn Ärzte in ihrer Praxis Medikamente abgeben (SD-Patienten haben niedrigere Medikamentenausgaben!). Die Vorgeschichte erfahren Sie in Politik+Patient „Billige Posse“ und „BAG hält Studie unter Verschluss“.

 

Der Apotheker als Arzt?

Erfolgreiches Lobbying des Apothekerverbands Pharmasuisse: Der Nationalrat hat am 10. September 2014 einer Änderung des Medizinalberufegesetzes (MedBG) zugestimmt, wonach angehende Apotheker künftig «angemessene Grundkenntnisse über Diagnose und Behandlung häufiger Gesundheitsstörungen und Krankheiten» erwerben sollen und sogar befähigt werden, Patienten zu impfen. Der Apotheker als Arzt? Die Ärzteschaft äusserte im Vorfeld der parlamentarischen Abstimmung erhebliche Zweifel an dieser Ausweitung der pharmazeutischen Kompetenzen, notabene ohne die erforderlichen Qualitäts- und Kontrollinstrumente. Diagnose und Therapie gehören zu den ureigensten ärztlichen Kernkompetenzen – mit seinem Entscheid hat der Nationalrat eine medizinische Grauzone geschaffen, die Patientinnen und Patienten verunsichert und nicht ihren Interessen dient.

 

Die Ärzteschaft lehnt einen Eingriff in die Tarifstruktur ab

Die Schweizer Ärzteschaft begrüsst in einer Stellungnahme die Besserstellung der Hausarztmedizin, nicht aber den geplanten Eingriff in den Tarmed-Tarif. Die wichtigsten Argumente:

 

-    Der bundesrätliche Eingriff führt dazu, dass kurze Arztbesuche
      beim Hausarzt massiv teurer werden – zulasten der Patienten.


-    Die lineare Kürzung der technischen Leistungen bei Spezial-
      ärzten betrifft auch das Personal, dessen Leistungen darin
      abgegolten sind.

 

-    Anstatt willkürlich in das Tarifwerk einzugreifen, soll der
      Bund neue Versorgungsformen fördern.

 

 

« L’Etat est aussi le garant d’une médecine libérale »

Pierre-Yves Maillard, président du Conseil d'Etat vaudois, joue un rôle de premier plan dans le domaine de la politique de la santé suisse. Politik + Patient s’est entretenu avec lui sur l’initiative pour une caisse publique d’assurance-maladie, le système de santé actuel et le rôle des médecins dans celui-ci.

 

Interview Pierre-Yves Maillard (fichier PDF, 77 Ko)